In 30 Jahren könnte es keine USA mehr geben

Das US-Imperium geht langsam unter.

Demographische Trends, Automatisierung, Überschuldung und wachsende Ungleichheit. Bis zum Jahr 2050 könnten die USA Geschichte sein. Wird der Zerfall blutig oder friedlich über die Bühne gehen? 
Marco Maier – 28. März 2019
Schon jetzt gibt es in mehreren US-Bundesstaaten Unabhängigkeitsbewegungen, die eine Sezession von Washington fordern. Darunter besonders stark in Texas und Kalifornien, aber auch in Alaska, Hawaii und anderen Staaten gibt es solche Bewegungen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, doch die Auswirkungen auf die „Supermacht USA“ wären enorm.
Auch wenn die derzeitigen sezessionistischen Bestrebungen noch kaum Mehrheiten in der jeweiligen Bevölkerung finden, so können diverse künftige Entwicklungen durchaus noch zu einem Zerfall der Vereinigten Staaten führen.

Demographische Trends

Auch wenn die USA gerne als „melting pot“ bezeichnet werden, so herrscht weitestgehend noch eine „unsichtbare Schranke“ zwischen den einzelnen Ethnien vor, die nur selten überschritten wird. Nur eine Minderheit der Amerikaner bezeichnet sich selbst als „gemischtrassig“ und das wird sich auch in Zukunft kaum ändern.
Da infolge der unterschiedlichen Geburtenraten zwischen Schwarzen, Weißen und Latinos, sowie aufgrund der anhaltenden Migration die Mehrheitsverhältnisse in immer mehr Bundesstaaten verschoben werden, könnten vor allem in den nördlicheren („weißeren“ und stärker von den Republikanern geprägten) Bundesstaaten durchaus Abspaltungsbemühungen zunehmen.

Sinkender Lebensstandard

Die Automatisierung wird zunehmend Jobs kosten und schon jetzt ist klar: viele Pensionsfonds sind so hoffnungslos unterkapitalisiert sind, dass Millionen von Menschen im Alter kaum mehr Geld bekommen werden. Ein schleichender Kollaps, der immer mehr Amerikaner betreffen wird.
Nimmt man noch die Überschuldung des Staatsapparates hinzu, die entweder zu einem Staatsbankrott oder zu einer Hyperinflation führen wird. Doch auf jeden Fall führt dies zu einer enormen Wirtschafts- und Finanzkrise, in der der Hass auf Washington deutlich zunehmen dürfte.

Wachsende Ungleichheit

Schon jetzt sind die USA in Sachen Wohlstandsverteilung auf einem kritischen Niveau, doch das wird sich in Zukunft noch weiter verschärfen. Wirft man einen Blick auf die heutigen Zustände in der Politik, wo sich Konservative (Rechte) und Liberale (Linke) immer stärker radikalisieren und die Polarisierung deutlich zunimmt, könnte es (unter Berücksichtigung der beiden obigen Punkte) noch ein weiterer Push in Richtung Sezession mehrerer Bundesstaaten gehen.
Wobei sich da die Frage stellt, ob sich dies nicht sogar zuerst zu einem Bürgerkrieg ausweitet, dessen Resultat die Zersplitterung der Vereinigten Staaten sein wird. Und das wird die geopolitische Lage (auch angesichts der Atomwaffen des Landes) deutlich verändern.

Fazit

Staaten bzw. Imperien kommen und gehen. Die USA sind das Produkt einer Expansionswelle, die mit der Besiedlung des amerikanischen Kontinents durch die Europäer begann. Doch genausowenig wie die USA ihr globales Imperium ewig halten werden können, ist auch der Bestand der Vereinigten Staaten von Amerika in ihrer heutigen Form nicht auf Ewigkeit festgeschrieben.
Es ist durchaus möglich, dass wir in den kommenden Dekaden einen Zerfall der Vereinigten Staaten erleben werden. Ob dieser friedlich vollzogen wird oder das Resultat eines Bürgerkriegs sein wird, sieht man dann, wenn es so weit ist.

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